Köln - Zwei Drittel der Schlaganfall-Patienten leiden auch nach einem Jahr noch an Folgen wie Bewegungsstörungen oder gar Lähmungen. Motorische Fähigkeiten müssen sie erst wieder neu erlernen. Neurophysiologen haben jetzt eine Therapie entwickelt, die den Lernprozess unterstützt und mit der Betroffene alltägliche Fähigkeiten wieder schneller lernen. Mit der sogenannten transkraniellen Gleichstromapplikation senken sie dabei die Aktivität eines Botenstoffs im Gehirn, der den Lernprozess beeinflusst. Wie neurophysiologische Methoden und mentales Training Bewegungsstörungen verbessern, diskutieren Experten auf der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Rehabilitation nach Schlaganfall ist auch eines der Themen auf der Kongress-Pressekonferenz am 15. März 2012 von 11 bis 12 Uhr in der Koelnmesse.…mehr
Köln – Mit der Tiefen Hirnstimulation therapieren Neurophysiologen Krankheiten wie etwa Morbus Parkinson oder Depressionen. Dabei stimulieren Elektroden gezielt die betroffenen Nervenzellen. Der direkte Eingriff in das menschliche Gehirn ermöglicht es, Fähigkeiten etwa des Bewegungsapparates zu manipulieren. Inwieweit die Methode dabei aber auch die Persönlichkeit des Menschen beeinflussen könnte, diskutieren Experten auf der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Hier stellen sie sich zudem die Frage, ob der freie Wille eine reine Illusion ist. Weitere Themen des Kongresses sind bildgebende Verfahren, die Lernvorgänge des Gehirns sichtbar machen, Hirntumoren orten, sowie Rehabilitationschancen nach einem Schlaganfall feststellen und Alzheimer bereits in frühen Stadien erkennen. Der Kongress findet vom 15. bis 17. März 2012 in Köln statt.…mehr
Darmstadt/Freiburg – In Deutschland leben etwa 5000 Wachkoma-Patienten. Die korrekte Diagnose des genauen Bewusstseinszustands ist jedoch eine klinische Herausforderung. Denn erfolgt sie ohne spezielle Bewusstseinsskalen, liegt die Rate der Fehldiagnosen bei rund 40 Prozent. Aktuelle Studien mithilfe hochauflösender Elektroenzephalografie (EEG) und funktioneller Kernspintomografie (fMRT) zeigen zudem, dass Ärzte die Reaktionsfähigkeit häufig falsch einschätzen, so die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Jeder fünfte weist etwa in speziellen EEG-Verfahren Hinweise für bewusste Reaktionen auf, die Standardverfahren nicht erkennen. Die DGKN fordert daher, funktionelle Bildgebungsverfahren sowie spezielle elektrophysiologische Verfahren bei der Beurteilung von Wachkoma-Patienten häufiger einzusetzen.…mehr