Bis heute gibt es keine objektiven Methoden, etwa Labortests, zum Nachweis der Parkinson-Krankheit. Der Arzt kann die Diagnose zu Beginn daher nur anhand der von Ihnen geschilderten Symptome stellen. Richtungsweisend sind
dabei auch die Ergebnisse der körperlich-neurologischen Untersuchung.
Meist wird die Diagnose „Parkinson“ eindeutig erst dann gestellt, nachdem neben der Bewegungsverarmung (Akinese) noch eines der folgenden drei Hauptsymptome erkennbar wurde:
Vermutet Ihr Arzt bei Ihnen das Parkinson-Syndrom, wird er Ihnen in der Regel eine Untersuchung durch den Neurologen empfehlen. Mehrheitlich ist man heute der Auffassung, zumindest einmal im Krankheitsverlauf eine sogenannte Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) durchzuführen. Abweichungen im Aufbau des Gehirns können hiermit genauer beurteilt werden, wie etwa bei Durchblutungsstörungen, dem Normaldruckhydrozephalus oder selten auftretenden Hirngeschwülsten. Besteht Verdacht auf Einengungen der zum Gehirn führenden Blutgefäße, werden diese mit Ultraschall untersucht.
Eine Methode, die anfangs kontrovers bewertet wurde, ist die Ultraschalluntersuchung der Substantia nigra. Bei fachkundiger Durchführung – bevorzugt in Spezialzentren für Parkinson-Kranke – eignet sich die Untersuchung unterstützend zur Frühdiagnostik der idiopathischen Parkinson-Krankheit. Die genannten Untersuchungen sind ambulant durchführbar und schmerzfrei.
L-Dopa-Test
L-Dopa ist die Vorstufe des im Gehirn wirksamen Botenstoffes Dopamin, der bei der Parkinson-Krankheit nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht. Der L-Dopa-Test kann den Verdacht eines idiopathischen Parkinson-Syndroms erhärten. Der Test ist ambulant durchführbar und erfolgt in der Praxis des Neurologen oder einer Spezialambulanz für Parkinson-Kranke.
Spezialuntersuchungen in seltenen Fällen
Ist die Einordnung des Parkinson-Syndroms weiterhin schwierig, erfolgen in einzelnen Fällen Untersuchungen, die Aufschluss über Stoffwechselvorgänge innerhalb des Gehirns geben. Besteht der Verdacht auf ein atypisches Parkinson-Syndrom, erfolgen Untersuchungen wie die SPECT (= Single-Photon-Emmissions-Computer-Tomographie). Der sogenannte DAT-Scan (Dopamin-Transporter-Scan) eignet sich zur Abgrenzung des essenziellen Tremors vom Parkinsontremor oder zur Klärung, ob überhaupt eine Erkrankung im Dopaminsystem vorliegt.
Weitgehend wissenschaftlichen Zwecken vorbehalten sind bildgebende Untersuchungen wie Fluor-Dopa-PET und Racloprid-PET (PET = Positronen-Emissions-Tomographie). Das Fluor-Dopa-PET ermöglichtes, die Speicherfähigkeit des Gehirns für Dopamin bildlich darzustellen. Diese Speicherfähigkeit ist bei Patienten mit einem idiopathischen Parkinson-Syndrom
aufgrund des Nervenzellverlustes in der schwarzen Substanz deutlich vermindert. Mithilfe des Racloprid-PET sind die Dopaminrezeptorbindungen darstellbar.
Quelle: Ludwig, Annecke, Löbring, Kretschmer: Der große TRIAS-Ratgeber
Parkinson-Krankheit