Was ist das?
Die epidurale Rückenmarkstimulation wird auch Spinal Cord Stimulation oder SCS-Therapie genannt. Sie nutzt die Tatsache, dass Schmerzempfindungen im Rückenmark von einer Nervenzelle auf eine andere weitergeleitet werden. Durch gepulste Hochfrequenzstromimpulse kann diese Übertragung beeinflusst werden. Die Therapie kann unterschiedliche Schmerzen lindern. Sie wird angewendet, wenn chronische Schmerzen sich nicht durch Medikamente beherrschen lassen. Dies ist häufig bei sogenannten neuropathischen Schmerzen der Fall. Die Behandlung hat in den letzten Jahren tausende von Menschen von Schmerzen befreit und ihre Lebensqualität verbessert.
Durchführung
Die SCS-Therapie erfordert eine kleine Operation, die ohne großen Hautschnitt (“minimal invasiv”) und unter lokaler Betäubung möglich ist. Die Elektroden werden direkt auf der Schutzhaut des Rückenmarks (epidural) platziert. Während der Chirurg die Elektroden in den Wirbelkanal vorschiebt, wird die richtige Position durch Stimulationen geprüft. Der wache Patient gibt dem Arzt Rückmeldungen.
An die Operation schließt sich eine mehrtägige Probephase an. Erst wenn sich die SCS-Therapie bewährt, wird in einer weiteren Operation ein Impulsgeber (“Schrittmacher”) unter der Haut implantiert. Er ist über einen Draht mit den Elektroden verbunden. Anzahl und Stärke der elektrischen Impulse können berührungslos an den Impulsgeber übermittelt werden. Eine Batterie liefert die notwendige Energie. Die Haltbarkeit beträgt mehrere Jahre. Danach ist ein Austausch durch eine kleine Operation möglich.
Anwendung:
Risiken und Nebenwirkungen:
Die Risiken des minimal invasiven Eingriffs sind gering. Infektionen sollten unter den Hygienbedingungen moderner Op-Säle nicht auftreten. Verletzungen des Rückenmarks sind wegen der epiduralen Position der Elektroden nicht zu befürchten. Bewegen sich Patienten ruckartige, können sich vor allem in der Erprobungsphase Elektroden verschieben. Dann kann die Wirkung der SCS-Therapie nachlassen.
Quelle: Leitlinie der AWMF, Klin Neurophysiol 2009; 40(2): 149-154