Was ist das?
Bei der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) wirkt ein schwacher elektrischer Strom durch den Schädelknochen hindurch (transkraniell) auf das Gehirn. Er verändert die elektrische Ladung auf der Membran der Nervenzellen, was ihre Erregbarkeit teilweise verstärkt und teilweise dämpft. Das Verfahren wurde in der Vergangenheit immer wieder zur Behandlung von Schmerzen oder Depressionen eingesetzt. Die Wirksamkeit wurde jedoch niemals wissenschaftlich geprüft. Neue Untersuchungen zeigen, dass der Gleichstrom die Bildung neuer Verschaltungen im Gehirn fördert. Die tDCS darf nicht mit der Elektrokrampftherapie verwechselt werden, die mit starken Stromstößen Krampfanfälle auslöst. Bei der tDCS spürt der Patient allenfalls ein leichtes Kribbeln. Wie wirksam diese Methode ist, überprüfen Forscher derzeit in klinischen Studien.
Durchführung
Die tDCS ist ohne Operation durchführbar. Die angestrebte Wirkung bestimmt die Größe und die Position zweier Elektroden. Die Behandlungen dauern 10 oder 20 Minuten. Sie können ambulant beim Arzt und im Prinzip auch vom Patienten selbst zuhause durchgeführt werden.
Anwendung (nicht gesichert)
Risiken und Nebenwirkungen:
Die Therapie ist ohne Risiken. Krampfanfälle treten nicht auf. Manche Patienten berichten über leichte Müdigkeit, seltener auch über Kopfschmerzen oder Übelkeit.
Quelle: Bundesministeriums für Bildung und Forschung,Deutsches Ärzteblatt 2009; 106: 143-144, Klin Neurophysiol 2009; 40(2): 149-154